Neue Erkenntnisse gewinnen

Knapper 1:0-Erfolg des SCP gegen Verl

Am Sonntagnachmittag (6. Juli 2025) empfing der Zweitligist SC Preußen Münster im Telgter Takko-Stadion den Drittligisten SC Verl zum Testspiel. Die Adlerträger gewannen durch ein frühes Tor von Tidiane Gueye 1:0 (1:0). Nach dem 5:0-Erfolg in der Vorwoche beim Westfalenligisten SC Westfalia Kinderhaus dürfte der Preußen-Trainer Ende sich vom zweiten Vorbereitungsspiel erhofft haben, einige neue Erkenntnisse zu gewinnen und erste Ergebnisse seiner Trainingseinheiten auf dem Platz zu sehen. Tatsächlich dürfte Ende aus dem Testspiel neue Erkenntnisse gewonnen haben. Allerdings nicht nur positive. Offensichtlich konnten nicht alle Preußen das „auf den Acker bringen“, was Alexander Ende gern sehen möchte.

Rico Preißinger (r.) agierte gegen Verl im defensiven Mittelfeld der Adlerträger gewohnt zweikampfstark und ballsicher. (Fotos: Werner Szybalski)

Mit Mikkel Kirkeskov, Charalambos Makridis, Jorrit Hendrix und Leon Tasov standen nur vier Akteure aus der Startelf in Kinderhaus auch in Telgte in der SCP-Anfangsformation. Erstmals unter Ende kickten Keeper Morten Behrens, der einzige Preuße der gegen Verl durchspielte, Simon Scherder, Yassine Bouchama und Oliver Batista Meier, Neuzugang aus Ulm, öffentlich.

Verl agierte auf Augenhöhe

Beide Mannschaften agierten zunächst sehr vorsichtig und wollten lieber den Ball laufen lassen, als sich (oder den Gegner) zu früh im Zweikampf in Bedrängnis bringen zu lassen. Erste Torannäherungen durch Verls Kapitän Niko Kijewski sowie die Münsteraner Lars Lokotsch und Oliver Batista Meier. Tidiane Gueye, Offensivkraft aus der U 23, sorgte mit kleinen gelungenen Tricks für erste Beifallsbekundungen im Stadion.

Wie schon in Kinderhaus agierten die Preußen viel über die Außenpositionen, die auch von den Defensivakteuren sehr offensiv interpretiert wurden. Zudem zeigte sich, dass der SCP-Coach schon eine solide Grundposition in der eigenen Abwehr gefunden hat, denn auch dort agierten die Adlerträger mit wenig Ballkontakten und vielen schnellen Weiterleitungen des Sportgeräts.

Frühes Führungstor

Nach einer Viertelstunde zahlte sich die druckvolle Spielweise de Gastgeber im fremden Stadion aus. Nach sehenswertem Pass des Deutsch-Brasilianers aus der Pfalz, Oliver Batista Meier, kam Tidiane Gueye aus zentraler Position zum Abschluss. Sein gelungener Schlenzer schlug ins untere linke Eck des Verler Kastens ein.

Preußens Keeper Morten Behrens war nach knapp einer halben Stunde erstmals ernsthaft gefordert, als der Verler Timur Gayret ihn zu einer Parade zwang. Zu dieser Zeit war der Trainer der Münsteraner schon zum Strippenzieher geworden. Nach dem Führungstreffer ließen aus seiner Sicht wohl einige Adlerträger es etwas schleifen, denn der Coach nahm verbal immer mehr Einfluss auf das Agieren seiner Schützlinge. „Einfache Pässe – einfach, einfach!“, schallte es von der Seitenlinie auf den Platz. Besondere Aufmerksamkeit bekam dabei Leon Tasov ab, der direkt vor dem SCP-Coach die Linie rauf und runter rannte. „Genau Leon“, lobte Ende ihn aber auch lautstark, als der defensiv eingesetzte Stürmer aus Sicht des Trainers lobenswert agierte.

Nicht nur während des Spiels sondern auch direkt nach dem Halbzeitpfiff machte Alexander Ende seinem Spieler Leon Tasov deutlich, was er von ihm auf dem Platz erwartet.

Verl hatte nach 30 Minuten den Rückstand weggesteckt und nahm gegen die zu passiv wirkenden Münsteraner das Heft des Handels selbst in die Hand. Doch die Bemühungen der Gäste reichten nicht aus, um den gegen Ende des ersten Durchgangs sicherlich verdienten Ausgleich zu erzielen.

Marc Lorenz als Zehner

Preußen wechseln wieder komplett durch. Wie schon in Kinderhaus blieb nur der Keeper für die gesamte Zeit auf dem Feld. Dabei änderte Alexander Ende die taktische Aufstellung nicht, sorgte aber für überraschte Gesichter auf den Rängen. Kapitän Marc Lorenz agierte als Zehner. Der Coach sah den Linksfuß auf dieser Position wohl als Ballverteiler, was der Oldie im Dress des SC Preußen aber gegen pressende Verler nicht wirklich erfolgreich umsetzen konnte.

Im zweiten Durchgang, was sicherlich nicht an dem Durchwechseln bei den Gastgebern lag, sondern weil die Gäste unbedingt einen Treffer erzielen wollten, hatte Verl optisch sogar ein Übergewicht. Doch da die Abseitsfalle der Preußen sehr gut funktionierte und im Notfall SCP-Keeper Morten Behrens zur Stelle war, blieb es beim vielleicht etwas schmeichelhaften 1:0-Erfolg des Zweit- über den Drittligisten.

Trainer Ende zeigt sich trotzdem zufrieden

Alexander Ende

SCP-Coach Alexander Ende erklärte laut Vereinswebseite nach der Partie: „Verl ist ein richtig guter, spielstarker Gegner, der uns natürlich nochmal anders getestet hat. Wir nehmen viel Positives mit, aber auch Themen, bei denen wir nochmal anpacken müssen. Für die ersten zwei Wochen können wir aber zufrieden sein. Wir haben die ersten Themen gesetzt, sind aber noch nicht in alle Teilbereiche reingekommen. Das hat man heute auch gesehen. Trotzdem hatten wir, gerade in den ersten Minuten der Halbzeiten, auch gute Phasen. Wir können darauf aufbauen und werden weiterarbeiten.“

STATISTIK
Aufstellung 1. Halbzeit:
Morten Behrens – Mikkel Kirkeskov, Charalambos Makridis, Simon Scherder – Rico Preißinger, Yassine Bouchama, Leon Tasov, Jorrit Hendrix – Tidiane Gueye, Lars Lokotsch, Oliver Batista Meier.
Aufstellung 2. Halbzeit: Morten Behrens – Marcel Benger, Torge Paetow, Jano ter Horst – Luca Bolay, Melih Sayin, Marvin Schulz, Marvin Benjamins, Marc Lorenz – Etienne Amenyido, Malik Batmaz.
Tor: 1:0 Gueye (15.).
Schiedsrichter: Leonidas Exuzidis.
Assistenten: Fabian Maibaum, Tobias Severins.
Stadion: Takko Stadion Telgte.
Zuschauer:innen: 2750.

Der agile Tidiane Gueye erzielte gegen den SC Verl den Treffer des Tages.

Die kommenden Testspiele des SC Preußen Münster:
MSV Duisburg (A/12. Juli, 14 Uhr – MSV-Leistungszentrum)
Heracles Almelo (A/18. Juli, 15 Uhr – Billerbeck)
Viktoria Köln (H/26. Juli, 14 Uhr – Preußen-Stadion)

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Coerdinale 2025

Stadtteil-Kulturfest an der Meerwiese

Am Samstag (5. Juli 2025) feierte die Kulturinitiative Coerde am Begegnungszentrum Meerwiese die dritte Ausgabe der „Coerdinale – Dem Kulturfest im Stadtteil!“. Münsters Bürgermeisterin Maria Winkel eröffnete am frühen Nachmittag gemeinsam mit Bezirksbürgermeister Ralf Kiewit und Ulrich Bärenfänger, Vorsitzende des ausrichtenden Vereins, das Stadtteilevent, zum dem deutlich mehr als die 500 Teilnehmer:innen aus dem Vorjahr kamen. Von 14.30 Uhr bis 22 Uhr boten die Organisator:innen ein abwechslungsreiches Programm aus Musik, Darbietungen und Interviews – erstmals auf zwei Bühnen. Drumherum lockten 15 Vereine mit Mitmachangeboten, so dass schon nach kurzer Zeit kaum ein Kind ungeschminkt und jeder Erwachsene besser informiert war. Die Teilnahme am Programm und an allen Aktionen der Coerdinale war kostenfrei. „Ja, wir wachsen jedes Jahr. Das macht natürlich Freude“, zog René Stienemann, Stellvertretender Vorsitzender der Kulturinitiative und führender Mitorganisator der Coerdinale, für unsere Redaktion eine erstes positives Fazit der Veranstaltung.

Topact der 3. Coerdinale am Samstag m Begegnungszentrum Meerwiese: „Die Zwillinge“. (Fotos: Werner Szybalski)

Action das Zugpferd der teilnehmenden Vereine

15 Vereine und Institutionen bereicherten am Samstag neben Gastgeber Kulturinitiative Coerde die Coerdinale. Teilweise waren diese auch bei den beiden ersten Veranstaltungen dabei, weshalb insbesondere die Kinder sich über die bekannten Angebote zum Beispiel beim SV Teutonia Coerde, der verschiedene sportliche Aktivitäten für jung und alt anbot, oder bei der Anti-Rassismus-Gruppierung „Coerde ist bunt“, die gemeinsam mit der Initiative „Coerde CleanUp“ die Diversität des Stadtteils deutlich machten, vergnügten.

Auf der Aktionsfläche neben dem Infostand des Sportvereins Teutonia Coerde drehte sich vieles um den Ball und manches um Geschicklichkeit. Im Zentrum stand aber immer die Freude am Spiel und der Bewegung.

Torwandschießen stand am Nachmittag nicht mehr ganz so hoch im Kurs, dafür flogen die mit mit Granulat oder Mais gefüllten Säckchen beim „Cornhole“, auch als „Bean Bag“ oder „Sackloch“ bekannt, durch die Luft. Ziel bei diesem Freizeitspiel, bei dem mehrere Spieler abwechselnd versuchen, ist es, das Säckchen ins Loch einer angehobenen Plattform zu werfen. Nimmermüde kickten direkt nebenan junge Coerder:innen im kleinen Fußballfeld der Teutonia auf Minitore.

Kultur der Achtsamkeit im Miteinander zu schaffen

Nicht weit von diesem sportlichen Angeboten entfernt, bot Herzensblick Münster dazu eine radikale Alternative: Die Initiative sei, so die Eigendarstellung, eine Gegenbewegung zu dem gesellschaftlichen Trend des „höher, schneller, weiter“, in Gegnerschaft zur Ellenbogenmentalität, die auf den Erfolg Einzelner auf Kosten Anderer setze. Die Herzensblick-Mitglieder stellen sich der Aufgabe, eine „Kultur der Achtsamkeit im Miteinander zu schaffen und durch eigene Aktionen und Projekte sozialen Zusammenhalt in unserer Gesellschaft in den Blickpunkt rücken und erlebbar machen.“ Dabei stünde bei Herzensblick Münster ein positives Gemeinschaftserleben an Orten der Begegnung im Vordergrund.

Die beim Graffiti-Workshop entstanden Bilder konnten sich sehen lassen.

„Coerde statt Hetze“

Ein Graffiti- und Siebdruck-Workshop ließen der kreativen Ader der Coerdinale-Besucher:innen Raum, um ihre Ideen umzusetzen. Unklar blieb, ob der Graffiti-Workshop auch dazu dienen sollte, dass bald noch mehr Street-Art im Stadtteil zu finden sein sollte. Regen Zulauf erlebte die Arbeiterwohlfahrt (AWO), die im Arbeitskreis Intersektionalität & Rassismuskritik Coerde, Taschen mit dem Aufdruck „Coerde statt Hetze“ produzierte.

Beim Arbeitskreis Intersektionalität & Rassismuskritik Coerde ließ der Andrang nie nach, denn die Taschen mit dem Aufdruck „Coerde statt Hetze“ waren heiß begehrt.

Clown „entführt“ die Kinder

Schon eine Stunde nach Beginn kam es zu einem Entführungsfall. Der Clown Fidelidad war eingetroffen. Im Stile des Kinderfänger von Hameln lockte Fidelidad gegen 15 Uhr die Kids von der Wiese weg. „Er hat alle eingesammelt, die Lust auf Clownerie hatten und zog mit ihnen hinters Haus an der Meerwiese. Dort spielte Clown Fidelidad auf der ruhigen Eckwiese sein lustiges Programm“, berichtete Dennis Welpelo vom Orgateam der Coerdinale 2025. Als alle mit einem lachen im Gesicht wieder zurück auf der Wiese waren, stand die Verwandlung der jungen Gäste an. Beim Kinderschminken wurden aus Mädchen und Jungen Löwen, Feen oder Fantasietiere.

Der „Rroma Kultur Verein Fortschritt“, ein enger Partner der Kulturinitiative Coerde, hatte Infos und Geschicklichkeitsspiele im Angebot.

Infos, Infos, Infos

Während die Kids ihren Spaß hatten, durften sich die Großen umfassend informieren. So war die Kulturliste Münster präsent, der Rroma Kultur Verein Fortschritt oder auch der Ernährungsrat Münster. Die Besucher:innen schienen voll zufrieden mit den Mitmachangeboten und den gereichten Informationen zu sein. Zumal sie ja genügend Gelegenheit hatten, sich einen der Liegestühle zu sichern oder an einer Biertischgarnitur Platz zu nehmen, um das insgesamt knapp siebenstündige Programm der Coerdinale zu genießen.

Gesundes Essen und Tipps für deren Zubereitung zu Hause gab es beim Ernährungsrat Münster.

Es gab richtig was auf die Ohren aber auch zu Sehen

Los ging es schon vor der offiziellen Begrüßung durch Verein und die Bürgermeister, denn die Kindertanzschule „Dance a Story“, an der Meerwiese beheimatet, tanzte unter der Leitung von Laureen Fischer synchron auf beiden Bühnen der Coerdinale. Direkt als der offizielle Startschuss des Festes gefallen war, erklangen die Stimmen des Pop- und des Beatles-Chores „Fantast Artist Voices & The Beatles Choir“ mit ihrem Leiter Frank Oldengott von der Wiesenbühne.

Das Improtheater der Lebenshilfe Münster, Dauergast der Coerdinale, präsentierte ihren „EinFall“ auf der Hauptbühne. Anschließend war das Impro-Musik-Projekt der Lebenshilfe gefordert, die „Pop Planet“ auf der Wiesenbühne präsentierten.

Dann waren die Stimmbänder aller Anwesenden gefordert, denn Bernd Behnen von der Gemeinde St. Norbert lud zum Rudelsingen, ehe der Kinderchor des „Rroma Kultur Verein Fortschritt“ und danach die Trommler des Vereins ihre großen Auftritt hatten.

Dr. Rattle & Mr. Jive featuring Nils Bloch gaben alles das Publikum war begeistert.

Mitreißende Songs

Mit Rhythm & Blues und vielen mitreißenden Songs erfreuten Martin Spoerel alias Dr. Rattle am Klavier, Ansgar Niemöller alias Mr. Jive mit Saxophon, Mundharmonika und Gesang sowie Nils Bloch am Schlagzeug, also „Dr. Rattle & Mr. Jive featuring Nils Bloch“ die Besucher:innen. Das Trio kam so gut an, dass sie fast eine Stunde auf der Bühne blieben.

So verfloss für Moderator Philipp Moser von Radio Q auf der Wiesenbühne die Zeit für seine Interviews wie die Dali-Uhren. Doch professionell brachte er es fertig, sogar noch Dennis Welpelo, vom Orgateam der Coerdinale, und Peter Hägele vom Grundstückseigentümer Begegnungszentrum Meerwiese zu befragen. Dann war Schluss auf der Wiesenbühne und die Hauptbühne zog die Menschen an, was die meisten Vereine nutzten, um ihre Stände zu schließen und abzubauen.

Dennis Welpelo (l.) von der Kulturinitiative Coerde und Philipp Moser (M.) von Radio Q moderierten und interviewten. Letzter Bühnengast fürs Interview war Peter Hägele vom Begegnungszentrum Meerwiese.

Zwillinge ziehen das Publikum zur Hauptbühne

Die Liegestühle wurden immer wieder zwischen der Hauptbühne und der Wiesenbühne hin und her getragen.

Als gegen halb Sieben nach scheinbar nicht endenden Soundcheck endlich „Die Zwillinge“ mit dem Loblied auf Männer mit Glatze das Abendprogramm der Coerdinale. Die Zwillinge Gerd und Ritski Bracht trieben mit ihrer Band und dem knackigen rund eineinhalbstündigem Programm aus alten und neu arrangierten Titeln die Stimmung an der Meerwiese auf den Siedepunkt.

Den Schlusspunkt durfte dann die Coverband Laksen setzten. Nach ihren 90 Minuten ließen die Zuschauer:innen sie erst von der Bühne, nachdem sie mehrere Zugaben gegeben hatten. Als deren letzte Töne verklungen waren, wollten allerdings auch die noch immer zahlreichen Gäste nur noch nach Hause, denn ein anstrengender, aber voller, toller, ereignisreicher Tag bei der dritten und sicherlich nicht letzten Coerdinale war mit der Verabschiedung durch die Organisator:innen erst nach 22 Uhr zu Ende.

Fast das Einzige was bei der Coerdinale einen Preis hatte: Essen und Trinken.

Kulturinitiative Coerde ist zufrieden

„Wir sind mit dem Tag sehr zufrieden. Unser Konzept, Kultur als roten Faden für alle Menschen im Stadtteil, sowohl vor der Bühne, auf der Bühne, neben der Bühne an den Ständen mit vielen Stadtteilakteur:innen und Helfenden, erfahrbar zu machen, hat funktioniert. Es gab viel Austausch, viele Begegnungen und viele Gespräche bei gutem Wetter und lockerer Stimmung. Zudem konnten wir wieder einen ordentlichen Besucher:innenzuwachs verzeichnen“, zog Dennis Welpelo am Tag danach auf Nachfrage der Redaktion ein rundum positives Fazit.

Nicht nur die jungen Besucher:innen freuen sich schon auf die vierte Auflage der Coerdinale im nächsten Jahr.
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„Gehweg frei“-Demo im Kreuzviertel

Nächste Aktion der Verkehrswende-Gruppe

In der Zukunftswerkstatt Kreuzviertel ist seit Jahren eine Gruppe von Viertelbewohner:innen aktiv, die sich nicht scheut, auch mit den anderen Quartiersbewohner:innen in Konflikt zu geraten. Die Gruppe „Verkehrswende im Kreuzviertel in Münster“ macht seit vielen Jahren mit verschiedenen Aktionen auf das Problem der zugeparkten und zugestellten Gehwege im Kreuzviertel aufmerksam. Teilweise mit Rückschlägen, aber durchaus auch mit Erfolgen, wie Sprecher Stefan Tigges gegenüber unserer Redaktion betont: „Wir sind jetzt fünf Jahre aktiv. Von Beginn an haben wir drei Schwerpunkte: Zugeparkte Gehwege, Mülltonnen auf Verkehrsflächen und Schrottfahrräder im Kreuzviertel. Zu allen Themen sind und werden wir immer wieder aktiv sein. Heute gab es unsere erst Demonstration – eine neue Erfahrung. Versprachen kann ich, dass wir noch nicht am Ende sind und noch einige Ideen haben.“

Erstmals gab es am Freitag (4. Juli 2025) im Kreuzviertel einen Demonstrationszug, deren Teilnehmer:innen freie Gehwege, also mehr Platz für Fußgänger:innen und Rollstuhlfahrer:innen forderten. (Fotos: Werner Szybalski)

50 Teilnehmer:innen ziehen durchs Kreuzviertel

Pünktlich um 16 Uhr begrüßte Stefan Tigges die Teilnehmer:innen und erläuterte kurz die Hintergründe für Versammlung und Demonstrationszug. Die Kreuzviertel-Verkehrswendegruppe hatte lokale Kandidat:innen der kommenden Wahl am 14. September 2025 eingeladen, die alle drei Minuten Redezeit bekamen. Für die Grünen sprach Andrea Blome, Vorsitzende des Verkehrsausschusses des Rates der Stadt Münster, für Volt die OB-Kandidatin Maren Berkenheide, für den SPD-Ortsverein Münster-Nord Elisabeth Lüdiger, für Die Partei Michael Drüppel und für die ÖDP Patrik Werner. Trotz Einladung nicht erschienen, was Tigges bedauernd hervorhob, war die CDU.

Nur drei Minuten Zeit hatten die Parteivertreter:innen, im Rolli spricht gerade Michael Drüppel von Die Partei, um zu erklären, wie sie die Fußwegesituation im Kreuzviertel verbessern möchten.

Viel verbaler politischer Rückenwind für die „Gehweg frei“-Organisator:innen

Praktisch all Politiker:innen, die vor der Zukunftswerkstatt in der Schulstraße das Mikro in die Hand nahmen, verstanden nicht nur die Sorgen und Probleme der Demoorganisator:innen, sondern machten sogar verschiedene Vorschläge, wie die Gehwege wieder für die Fußgänger:innen zurückgeholt werden können. Es bleibt abzuwarten, was davon umsetzbar erscheint, denn immerhin „regieren“ – zumindest zeitweise bei ÖDP und Partei – die Fraktionen der Redner:innen seit der Kommunalwahl 2020 gemeinsam. Zwar konnten sie dabei kleine Erfolge feiern, aber selbst gemeinsam das Problem nicht aus der Welt schaffen konnten, was nach Worten der Politiker:innen weniger an ihnen, als an Oberbürgermeister Markus Lewe, angeblich „ein Freund des Gehwegparkens“, und seiner Stadtverwaltung läge.

Demo quer durchs Viertel

Der Demonstrationszug zog von der Zukunftswerkstatt zu Mutter Birken und von dort zur ersten Zwischenkundgebung in der Hedwigstraße, wo die Blockade des Gehwegs durch parkende PKWs (siehe nebenstehendes Bild) insbesondere die Gäste von außerhalb des Kreuzviertels die Köpfe schütteln ließ.

Nur wenig weiter auf der Studtstraße wurde dann ein Knöllchen hinter dem Scheibenwischer eines falsch abgestellten Autos (Bild unten) entdekct. Aber die Ordnungsbehörden sind mitnichten zum Schutz der Fußgänger:innen im Quartier eingeschritten, sondern nur, weil der in der Innenkurve auf dem Platz geparkte Wagen den motorisierten Straßenverkehr behindern könnte. Fuß- oder Radweg ist an der grünen Insel, dem Studtplatz, gar nicht vorhanden. Für die an der Demonstration teilnehmenden Aktivist:innen des Vereins Fuss e.V. war dies ein erneuter Beweis, dass die Prioritätensetzung in Münster nicht beim Fußverkehr läge – weder in der Planung noch in der Verkehrsüberwachung.

Erfolg der Gruppe an der Nordstraße

Durch die Studtstraße ging es zur Kreuzkirche und von dort weiter durch die Kampstraße und Dürerstraße. An der Einmündung in die Nordstraße konnte Stefan Tigges einen der größten Erfolge der Gruppe präsentieren: „Wir haben es geschafft, dass das wilde Parken auf der Ostseite der Nordstraße inzwischen von der Stadtverwaltung untersagt wird. Ein wichtiger, schöner Sieg für uns und die Menschen auf diesem Gehweg.“ Scharf bemängelte Tigges, dass auf der Westseite der Nordstraße aber noch immer der „Wilde Parkwesten“ herrsche.

Zurück in der Zukunftswerkstatt diktierte Stefan Tigges der Redaktion ins Notizbuch, was auch auf der Webseite der Gruppierung zu finden ist: „Zugeparkte Gehwege sind überall im Kreuzviertel zu finden. Auch in Extremfällen, in denen die Autos eine Benutzung des Gehweges fast unmöglich machen, schreitet das Ordnungsamt aktuell nicht ein. Das ordnungswidrige Parken auf den Gehwegen wird geduldet, obwohl die verbleibende Restgehwegbreite deutlich die notwendigen zwei Meter unterschreitet. Darüber haben wir uns so geärgert, dass wir nun neue Wege gehen, um auf das Problem aufmerksam zu machen und gleichzeitig die Begehbarkeit wiederherzustellen.“

Die Gruppe „Verkehrswende im Kreuzviertel in Münster“
Wir sind eine private Initiative, die das Ziel hat, die verkehrliche Situation für den Umweltverbundverkehr (zu Fuß, Fahrrad und mit dem Öffentlichen Personennahverkehr) im münsterschen Kreuzviertel zu verbessern. Derzeit wird unser Wohnviertel dominiert von parkenden und fahrenden Autos. Der entspannte Aufenthalt im Viertel ist nur an wenigen Stellen möglich. Es fehlen Sitzbänke und Aufenthaltsräume, auf den Gehwegen stehen parkende Autos, Fahrräder und ordnungswidrig dauerhaft abgestellten Müllbehälter. So sind die Gehwege nur sehr eingeschränkt benutzbar, da die Stadt Münster das ordnungswidrige Parken auf den Gehwegen duldet und weitere Verkehrsverstöße nur unzureichend ahndet. (Quelle: https://verkehrswendeimkreuzviertelms.de)

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Uni Baskets eröffnen Spielzeit

2. Bundesliga startet mit Artland Dragons gegen Uni Baskets Münster

Die neue Saison startet mit einem echten Highlight für die Baskets-Fans: Wie die 2. Basketball Bundesliga am vergangenen Mittwoch bekanntgab, bestreiten die Uni Baskets Münster das offizielle Eröffnungsspiel – und das auswärts beim Nachbarn Artland Dragons. Der Hochball zur neuen Zweitliga-Saison erfolgt am Freitag, den 26. September, um 19.30 Uhr in der Artland Arena – eine der schönsten ProA-Spielstätten. Ein besonderer Moment für die Uni Baskets, denn zum zweiten Mal im vierten Jahr ihrer Ligazugehörigkeit eröffnen sie eine neue Spielzeit.

Die Uni Baskets Münster , hier recht Abgänger Bo Hodges am Balll, eröffnen die Siason mit einem Gastspiel bei den Artland Dragons. (Foto Christin Pohler)

Derby-Wochen zum Saisonauftakt

„Wir freuen uns sehr auf das Saisoneröffnungsspiel in Quakenbrück und darüber, dass möglichst viele unserer Fans in Anbetracht der kurzen Anreise mitreisen können“, sagt Baskets-Manager Helge Stuckenholz. Am zweiten Spieltag erwarten die Uni Baskets Münster in heimischer Halle gleich mit den Eisbären Bremerhaven mit Ex-Baskts-Akteur Carlos Carter den ersten Hochkaräter (5. Oktober 2025). Es folgen attraktive Derby-Wochen. Zunächst sind die Uni Baskets bei einem der Topfavoriten der Liga in Hagen zu Gast (11. Oktober 2025), ehe das Heimderby gegen Bochum wartet (18. Oktober 2025).

Cheftrainer Götz Rohdewald: „Ein interessanter Auftakt. Zur jetzigen Phase weiß man natürlich noch nicht genau, wie gut die Mannschaften sind. Ich glaube, dass klar ist, dass Hagen so oder so eine gute Truppe auf dem Papier haben wird und Bremerhaven sicherlich auch. Bei den anderen Teams bin ich mir noch nicht so ganz sicher, wie gut sie sein werden. Auf jeden Fall wird es zum Auftakt interessante Partien geben. In Hagen ist ein sehr schweres Spiel. Da müssen wir früh in der Saison sehr, sehr gut drauf sein. Gegen Bremerhaven ist das sicherlich genauso. Ansonsten ist unser Auftaktprogramm ein bisschen gemischter als letzte Saison, wo wir am Anfang in der Theorie zumindest sehr, sehr starke Gegner hintereinander hatten. Diesmal ist es vermeintlich ein etwas lockerer Auftakt in die Saison. Aber das zeigt sich natürlich erst, wenn ein paar Spiele gespielt sind, oder sogar erst nach einem Viertel der Saison, ob das auch stimmt, was ich so denke.“

Freier Dauerkartenverkauf läuft

Manager Helge Stuckenholz: „Unser Auftakt in Quakenbrück ist natürlich schön, dass wir das offizielle Auftaktspiel haben und die Saison eröffnen. Im letzten Spiel in Quakenbrück haben wir richtig einen draufbekommen, was immer noch in den Köpfen ist und uns dorthin mit sehr viel Respekt hinfahren lassen wird. Das ist direkt eine ganz schwere Aufgabe, vor allem vor dem Hintergrund, dass die Dragons mit Vechta kooperiert haben und sehr viel junges deutsches Spielermaterial dort haben – gepaart mit dann neuen guten Imports und einer Neuausrichtung. Wie man am neuen Trainer Hendrik Gruhn sieht, der in Vechta eine überragende Arbeit nur mit den Jugendspielern und ein, zwei Imports in der ProA gemacht hat. Das wird ein ganz schwerer Auftakt bei den Dragons für uns. Danach geht es direkt mit sehr unangenehmen Gegnern wie Bremerhaven oder Bochum weiter. Insofern müssen wir in der Vorbereitung unsere Hausaufgaben machen.“

Aktuell läuft der freie Dauerkartenverkauf (zum Ticketshop). Informationen zum Vorverkaufsstart der Tageskarten für das erste Heimspiel folgen. 17-mal die einzigartige Heimspiel-Atmosphäre in der Halle Berg Fidel erleben und bei jedem Spitzenspiel einen Stammplatz sicher haben, hinzu kommen der Season Opener sowie ab der neuen Saison zusätzlich ein attraktives Testspiel: Möglich macht dies die Dauerkarte der Uni Baskets Münster. Seit Ende Juni läuft der freie Dauerkartenverkauf für alle Baskets-Fans (mehr Informationen).

Hinrunde

(1) Fr 26.09.2025, 19.30 Uhr: Artland Dragons – Uni Baskets Münster
(2) So 05.10.2025, 18.00 Uhr: Uni Baskets Münster – Eisbären Bremerhaven
(3) Sa 11.10.2025, 19.00 Uhr: Phoenix Hagen ­– Uni Baskets Münster
(4) So 18.10.2025, 19.30 Uhr: Uni Baskets Münster ­– VfL SparkassenStars Bochum
(5) Sa 25.10.2025, 19.30 Uhr: PS Karlsruhe Lions – Uni Baskets Münster
(6) So 02.11.2025, 16.00 Uhr: Bayer Giants Leverkusen – Uni Baskets Münster
(7) Fr 07.11.2025, 20.00 Uhr: Uni Baskets Münster – RheinStars Köln
(8) Mo 10.11.2025, 19.30 Uhr: EPG Guardians Koblenz – Uni Baskets Münster
(9) Sa 15.11.2025, 19.30 Uhr: Uni Baskets Münster – Gießen 46ers
(10) Sa 22.11.2025, 20.00 Uhr: HAKRO Merlins Crailsheim – Uni Baskets Münster
(11) Sa 06.12.2025, 19.30 Uhr: Uni Baskets Münster – Paderborn Baskets
(12) Sa 13.12.2025, 19.30 Uhr: Tigers Tübingen – Uni Baskets Münster
(13) Do 18.12.2025, 20.00 Uhr: Uni Baskets Münster – Knights Kirchheim
(14) So 22.12.2025, 18.00 Uhr: Uni Baskets Münster – SBB Baskets Wolmirstedt
(15) Sa 27.12.2025, 19.00 Uhr: BBC Bayreuth – Uni Baskets Münster
(16) Sa 03.01.2026, 18.30 Uhr: BG Göttingen – Uni Baskets Münster
(17) Sa 10.01.2026, 19.30 Uhr: Uni Baskets Münster – Nürnberg Falcons

Rückrunde

(18) Sa 17.01.2026, 19.00 Uhr: Knights Kirchheim – Uni Baskets Münster
(19) So 25.01.2026, 18.00 Uhr: Uni Baskets Münster – HAKRO Merlins Crailsheim
(20) Fr 30.01.2026, 20.00 Uhr: Gießen 46ers – Uni Baskets Münster
(21) Fr 06.02.2026, 20.00 Uhr: Uni Baskets Münster – EPG Guardians Koblenz
(22) So 08.02.2026, 17.00 Uhr: RheinStars Köln – Uni Baskets Münster
(23) So 15.02.2026, 18.00 Uhr: Uni Baskets Münster – Bayer Giants Leverkusen
(24) Fr 20.02.2026, 19.30 Uhr: Paderborn Baskets – Uni Baskets Münster
(25) Fr 06.03.2026, 20.00 Uhr: Uni Baskets Münster – BBC Bayreuth
(26) So 08.03.2026, 15.00 Uhr: Eisbären Bremerhaven – Uni Baskets Münster
(27) So 15.03.2025, 18.00 Uhr: Uni Baskets Münster – BG Göttingen
(28) Sa 21.03.2026, 18.30 Uhr: Nürnberg Falcons BC – Uni Baskets Münster
(29) Sa 28.03.2026, 19.30 Uhr: Uni Baskets Münster – PS Karlsruhe Lions
(30) Sa 04.04.2026, 19.30 Uhr: Uni Baskets Münster – Tigers Tübingen
(31) Fr 10.04.2026, 19.30 Uhr: SBB Baskets Wolmirstedt – Uni Baskets Münster
(32) Sa 18.04.2026, 19.30 Uhr: Uni Baskets Münster – Artland Dragons
(33) Sa 25.04.2026, 19.00 Uhr: VfL SparkassenStars Bochum – Uni Baskets Münster
(34) Sa 02.05.2026, 19.30 Uhr: Uni Baskets Münster – Phoenix Hagen

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Zum Ausdrucken VIELFALT! vom 4. Juli 2025

Heute wieder eine neue Selfprint-Ausgabe

VIELFALT! Das bunte Münster. Ab sofort ist die Ausgabe 25-09 vom 4. Juli 2025 zum Ausdrucken und auch Onlinelesen hinterlegt. Das Lokalmagazin ist im Originalformat (DIN A3), aber auch in DIN A4 aufrufbar!

Selfprint

Das Blättchen für öffentliche Angelegenheiten ist aus Kostengründen nicht mehr kostenfrei in gedruckter Form erhältlich. Dafür gibt es die VIELFALT! Das bunte Münster weiterhin kostenfrei, allerdings nicht mehr fremdgedruckt, sondern als Selfprint-Magazin für den Ausdruck zu Hause, im Büro oder im Copyshop. Die DIN A4-PDF kann auch sehr gut online beziehungsweise nach Download offline auf den verschiedenen Geräten gelesen werden.

Themen der aktuellen VIELFALT! Das bunte Münster Ausgabe 25-09 vom 4. Juli 2025: Bürger:innenbeteiligung in Münster – was wollen die OB-Kandidaten ändern; die Bürgerinitiative „Stoppt Straßen-Umbenennungen“ schummelt bei der Werbung für ihr Bürgerbegehren in der Öffentlichkeitsarbeit; der Kulturverein Frauenstraße 24 will das Netzwerk Wohnen wieder beleben, die WiM lässt kommende Woche die OB-Kandidaten über Wohnen diskutieren; unser Kulturredakteur träumt mitternachts; das Hansaviertel und der Grüne Weiler laden morgen zum Feiern und Kennenlernen ein.

Hier ist die aktuelle Ausgabe im DIN A3-Format und DIN A4-Format zu finden.

Newsletter

Grundsätzlich erscheinen auf dieser Webseite täglich neue Beiträge. Wer möchte, kann den (geplant) zwei Mal in der Woche erscheinenden Email-Newsletter des lokalen Blättchen für öffentliche Angelegenheiten: VIELFALT! Das bunte Münster sich zusenden lassen. Bestellung und Abbestellung per Email.

Grundsätzlich kann zur Bestellung des Newsletters auch dieses Formular verwendet werden.

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Dilling und Peters einstimmig wiedergewählt

Der DGB-Stadtverband Münster hat seine Vorsitzenden einstimmig wiedergewählt: Pia Dilling (IG Metall) wird vier weitere Jahre Vorsitzende des Stadtverbandes sein. Carsten Peters (GEW) bleibt stellvertretender Vorsitzender.

Zum Gruppenbild nach Abschluss des Treffens des DGB-Stadtverbandes Münster versammeln sich (;v.l.n.r.) vor der Kamera: Heike Sievers (IG BAU), Liam Demmke (DGB Jugend), Pia Dilling (wiedergewählte Vorsitzende DGB-Stadtverband Münster, IG Metall), Carsten Peters (wiedergewählter Stellvertretender Vorsitzender DGB-Stadtverband Münster, GEW), Mandy Brune (EVG) und Stefan Jäger (Ver.di). (Foto: DGB-Stadtverband Münster)

Vorher bilanzierte der Stadtverband bei der konstituierenden Sitzung die Arbeit der zurückliegenden Jahre: Großdemonstrationen gegen Rechts, internationaler Frauentag, Equal Pay Day, Unterstützung des Bündnisses für sexuelle Selbstbestimmung, viel Öffentlichkeitsarbeit für die Arbeitnehmer*innen und gewerkschaftliche Themen wie Mindestlohn, Rente, öffentliche Investitionen, Bildung und viele mehr.

Themen liegen auf der Straße

„Es bleibt viel zu tun, die Themen für uns Gewerkschaften liegen auf der Straße: Kampf gegen den Rechtsruck, Erhöhung des Mindestlohns, existenzsichernde Löhne, Gleichstellung, soziale Gerechtigkeit“, so Dilling und Peters: „Wir bedanken uns für die Unterstützung und das Vertrauen unserer Kolleg*innen.“

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Grüne in Münster fordern:

Unnötige Castortransporte verhindern! 

Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) hat angekündigt, dass es in wenigen Monaten Castor-Transporte von hochradioaktivem Atommüll aus Jülich und Garching in das Zwischenlager Ahaus im Westmünsterland geben könnte. Die Grünen in Münster fordern endlich eine klare Aussage von Bundesumweltminister Carsten Schneider, um die bis zu 152 Castortransporte quer durch NRW zu verhindern. 

Von wegen Atomausstieg. Das Münsterland bleibt mit dem Atommüllzwischenlager in Ahaus und der Urananreicherungsanlage Gronau noch Atomland. (Foto: Archiv Werner Szybalski)

Transporte sind sicherheitspolitisch unverantwortlich und politisch falsch

Grüner MdL Robin Korte. (Foto: Paul Metzdorf)

Robin Korte, Grüner Landtagsabgeordneter aus Münster und Vorsitzender des zuständigen Ausschusses für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie, positioniert sich eindeutig: „Die möglichen Transporte von 152 hochradioaktiven Castor-Behältern quer durch NRW sind sicherheitspolitisch unverantwortlich und auch politisch falsch. Bundesumweltminister Schneider darf diesen keinesfalls zustimmen. Stattdessen braucht es schnellstmöglich eine genehmigungsfähige Perspektive für die weitere Lagerung des hochradioaktiven Atommülls am Standort Jülich, bis die Suche nach einem dauerhaften Endlager abgeschlossen ist. Die Grünen in der NRW-Landesregierung haben sich auf allen Ebenen dafür eingesetzt, den genehmigungsfreien Zustand des Zwischenlagers in Jülich zu beenden. Nun ist die Bundesregierung in der Verantwortung, zu handeln. Wir fordern ein modernisiertes und genehmigungsfähiges Zwischenlager direkt in Jülich, das dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik entspricht. Als Land haben wir dafür alle in unserer Verantwortung liegenden Voraussetzungen geschaffen.“

Konzept zur Zwischenlagerung des radioaktiven Mülls fehlt

Birgit Wolters. (Foto: Paul Metzdorf)

Birgit Wolters, Sprecherin im Kreisverband der Grünen und Kandidatin für den Rat in der Stadt Münster, ergänzt das Statement ihres Parteikollegen Korte: „Bei uns in NRW wird deutlich, dass mit dem Abstellen des Betriebs der Kernkraftwerke der Atomausstieg noch lange nicht abgeschlossen ist. Noch über Jahrzehnte hinweg müssen Entscheidungen getroffen werden, was mit unseren atomaren Hinterlassenschaften bis zu deren weiterhin nicht absehbarer Endlagerung geschieht. Und es müssen gesellschaftlich tragbare Entscheidungen sein. Wir fordern dies jetzt von der Bundesregierung: Sie ist in der Pflicht, ein umfassendes Konzept zur Zwischenlagerung des radioaktiven Mülls zu liefern und den größten Atomtransport in der Landesgeschichte von Nordrhein-Westfalen zu verhindern.“

Hintergrund zu möglichen Castortransporten: 
Die letzte Genehmigung für die Aufbewahrung der Brennelemente im AVR-Behälterlager Jülich lief am 30. Juni 2013 aus. Da eine Verlängerung wegen fehlender Erdbebensicherheitsnachweise nicht möglich war, war die Landesregierung rechtlich dazu verpflichtet, eine Anordnung zur Entfernung der Brennelemente zu erlassen, was sie am 2. Juli 2014 auch tat. Trotz kontinuierlicher Nachbesserungen am bestehenden Zwischenlager hat die Atomaufsicht des Bundes (BASE) jedoch bis heute keine neue Aufbewahrungsgenehmigung erteilt. Die Option zum Bau eines neuen, dann genehmigungsfähigen Zwischenlagers (offiziell: AVR-Behälterlager) in Jülich, für die die NRW-Landesregierung alle notwendigen Voraussetzungen geschaffen und insbesondere die dafür notwendige Fläche angeboten hat, hat die Bundesregierung bisher nicht ernsthaft aufgegriffen.
Die Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen (JEN) muss nun in Abstimmung mit dem BASE und unter Verantwortung von Bundesumweltminister Schneider eine genehmigungsfähige Lösung für die Lagerung am Standort Jülich vorlegen. Erst dann kann die Atomaufsicht des Landes NRW die bestehende und rechtlich zwingende Anordnung zur Räumung der Brennelemente zurücknehmen. Eine Umlagerung der Behälter nach Ahaus hätte dagegen den Transport von 152 Castor-Behältern mit hochradioaktivem Material quer durch NRW zur Folge.

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Johannes Schenk verlängert vorzeitig

Junger Torwart bleibt ein Preuße

Im Sommer 2023 wechselte Johannes Schenk als Toptalent vom FC Bayern München zum damaligen Drittligisten nach Münster und debütierte ausgerechnet im DFB-Pokalspiel gegen den Rekordmeister mit dem Adler auf der Brust. In seinem ersten Jahr reifte er im Torwart-Duell mit Preußen-Urgestein Max Schulze Niehues weiter und wurde in seiner zweiten Saison zur unumstrittenen Stammkraft zwischen den Pfosten und damit zu einem der jüngsten Stammtorhüter der 2. Bundesliga. Für beide Seiten entwickelte sich die Zusammenarbeit zur absoluten Erfolgsgeschichte, wie der SC Preußen Münster in einer Pressemitteilung betonte. Diese soll nun fortgeschrieben werden. Deshalb wurde der bis 2027 datierte Vertrag mit dem 22-Jährigen vorzeitig verlängert.

Der jüngste Stammtorhüter der vergangenen 2. Bundesliga-Saison, Johannes Schenk, hat beim SC Preußen Münster verlängert.

„Dass Schenki seinen Vertrag vorzeitig verlängert, spricht für uns und für ihn und es ist ein tolles Signal. Es ist kein Geheimnis, dass er andere Anfragen hatte, traf aber eine bewusste Entscheidung für Preußen Münster. Er weiß sehr gut, wo er seine nächsten Schritte gehen und in welchem Umfeld er sich optimal weiterentwickeln kann. Er möchte mit uns weiterwachsen und die Verlängerung ist auch ein Vertrauensbeweis in das, was wir hier in Münster angeschoben haben“, sagt Ole Kittner, Geschäftsführer Sport, Strategie & Kommunikation.

„Fühle ich mich hier super wohl“

„Seit ich nach Münster gekommen bin, fühle ich mich hier super wohl und habe jeden Tag unfassbare Freude an dem, was ich tue. Der Schritt zum SC Preußen Münster war ein sehr wichtiger für mich und ich verdanke dem Club sehr viel. Wir haben uns gemeinsam weiterentwickelt und der Klassenerhalt in der 2. Bundesliga war für uns ein großer Erfolg. Ich bin der Meinung, dass wir noch nicht am Ende dieser Reise angelangt sind und wir in der nächsten Saison nochmal einen Schritt nach vorne machen können. Der Verein, aber auch ich persönlich. Daher bin ich absolut motiviert, mich hier weiterhin stetig zu verbessern, noch mehr Verantwortung zu übernehmen und für die Mannschaft ein sicherer Rückhalt zu sein. Ich werde alles dafür geben, dass wir unsere gesteckten Ziele erreichen“, unterstreicht Schenk.

Werdegang Johannes Schenk
Seine fußballerische Ausbildung begann der gebürtige Schweinfurter beim 1. FC Nürnberg, ehe er 2017 in den Nachwuchs des FC Bayern München wechselte. Dort durchlief Schenk alle Nachwuchsmannschaften und empfahl sich nach einer Saison in der U23 für einen Platz im Profikader hinter Manuel Neuer, Sven Ulreich und Yann Sommer. Bei den Adlerträgern stand Schenk in seiner Premierensaison neunmal im Tor, achtmal in der 3. Liga und einmal im DFB-Pokal. Am Saisonende stieg er mit dem SC Preußen Münster in die 2. Bundesliga auf. In der 2. Liga stand Schenk dann 33 Mal für die Adlerträger auf dem Platz und spielte dabei neunmal zu null. 

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„Stiller Leader“

Oliver Pahnke verlängert zum sechsten Mal

Die Uni Baskets Münster können sich auch künftig auf ein wichtiges Puzzlestück ihrer Mannschaft verlassen, wie sie jüngst in einer Pressemitteiling kund taten: Oliver Pahnke – der Teamplayer schlechthin – hat seinen Vertrag beim Basketball-Zweitligisten erneut verlängert. Der 27-Jährige geht damit gemeinsam mit Cosmo Grühn, dessen Vertragsverlängerung am Montag vermeldet wurde, in die sechste Saison für die Uni Baskets.

Oliver Pahnke hat seinen Vertrag beim Basketball-Zweitligisten verlängert. (Foto: Christina Pohler)

„Ollis Reise mit uns geht weiter“

Helge Stuckenholz, Manager der Uni Baskets, bewertet den Verbleib Pahnkes wie folgt: „Olli befindet sich jetzt auf der Zielgeraden seines BWL-Studiums, hat sich in Münster jedes Jahr als Spieler weiterentwickelt und als Bo verletzt war, gezeigt, was er für Löcher er stopfen kann.“ Fähigkeiten, derer es auch in der kommenden Saison bedarf. „Die Reise mit uns geht weiter und ich freue mich sehr darüber, ihn wieder bei uns zu wissen. Er hält die Bande auch abseits des Feldes immer gut zusammen und ist ein stiller Leader neben dem Feld, den jedes Team braucht“, unterstreicht Stuckenholz. „Auf dem Feld kennt man ihn ja mittlerweile, da müssen wir nichts mehr zu sagen!“

Auch Cheftrainer Götz Rohdewald hält große Stücke auf den Aufbauspieler und betont die für Mannschaftssportarten so wertvollen Aspekte: „Oli ist mit der Gruppe, die schon jahrelang für uns spielt, einer der Leute, die Identität bringen. Mit seinem Kampfgeist und seiner Leidenschaft, mit der er spielt, ist er ein ganz wichtiger Spieler für uns, der immer wenn wir es brauchen, reinkommt und alles gibt.“ Der von Gegnern gefürchtete, bissige Verteidiger könne „die Zuschauer und uns als Mannschaft auch mitreißen. Von daher ist er ein ganz wichtiger Spieler und wir freuen uns sehr auf ein neues Jahr mit ihm“, hebt Rohdewald hervor.

Pahnke freut sich über Vertrauensbeweis

Der gebürtige Recklinghäuser Pahnke zeigte sich angetan vom erneuten Vertrauensbeweis der Münsteraner Verantwortlichen: „Ich freue mich natürlich sehr, ein weiteres Jahr Teil der Uni Baskets zu sein. Das ist meine sechste Saison, die ich antreten werde. Die Unterstützung der Fans, das Team und das Umfeld in Münster sind einfach etwas ganz Besonderes“, betont der Point Guard. „Ich bin hochmotiviert, gemeinsam mit der Mannschaft in der kommenden Saison noch einmal voll anzugreifen.“

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Stimmungsbild nach zwei Jahren Bürgergeld

Kaum Hoffnung auf eine Arbeit

Das Bürgergeld ist gerade einmal zwei Jahre alt. Bezieher:innen sprechen eigentlich noch immer von Hartz IV, denn aus ihrer Sicht ist der Unterschied im Portemonnaie kaum spürbar und die Ängste und Sorgen der Empfänger:innen dieser Leistungen sind offensichtlich auch nicht geringer geworden. Der Verein „Sanktionsfrei“ hat im April diesen Jahres eine Studie unter Bürgergeld-Bezieher:innen durchführen lassen. Das erschreckende Ergebnis der aktuellen Umfrage: Hartzer:innen leiden unter täglichem Verzicht, unter psychischer Belastung und unter geringen Erwerbsaussichten.

Vor gut einer Woche, am 23. Juni 2025, stellte der Auftraggeber Sanktionsfrei in Berlin die Studie „Wie geht es den Menschen im Bürgergeldbezug? – Ein Stimmungsbild nach zwei Jahren Bürgergeld“ vor. In der Pressemitteilung heißt es: Knapp zwei Jahre nach der umstrittenen Bürgergeldreform plant die Koalition eine „Neue Grundsicherung“ mit beachtlichen Verschärfungen. Dabei hat es bisher noch keine umfassende wissenschaftliche Evaluierung des Bürgergeldes gegeben und Bürgergeldbeziehende selbst sind in der Debatte kaum gehört worden. Der Verein Sanktionsfrei hat deshalb über das Umfrageinstitut Verian eine Umfrage unter 1.014 Bürgergeldbeziehenden durchgeführt. Die Ergebnisse lassen Betroffene selbst zu Wort kommen und zeichnen ein drastisches Bild von täglichem Verzicht, psychischer Belastung und geringen Erwerbsaussichten. „Über die Hälfte der Eltern müssen regelmäßig auf Essen verzichten, damit ihre Kinder satt werden. Da läuft etwas grundlegend falsch. Statt das zu ändern, plant die Politik neue Verschärfungen beim Bürgergeld und diskutiert immer noch darüber, ob der Regelsatz zu hoch ist“, so Helena Steinhaus, Vorstand von Sanktionsfrei.

Der Regelsatz reicht nicht für das Nötigste

Der Regelsatz von monatlich 563 Euro für allein lebende Empfänger:innen von Transferleistungen reicht laut großer Mehrheit der Befragten (72 %) nicht aus, um ein würdevolles Leben zu führen. Selbst Grundbedürfnisse werden nicht ausreichend erfüllt: Nur jeder Zweite gibt an, dass in ihrem Haushalt alle satt werden; insbesondere Eltern verzichten zu Gunsten ihrer Kinder auf Essen (54 %). 28% machen sich sogar Sorgen, obdachlos zu werden.

„Trotz Einkauf nach Angeboten reicht das Bürgergeld nicht aus. Ich muss überlegen: kaufe ich den Kindern die dringenden Schuhe/Kleidung oder was zu essen“ (Aussage eines Bürgergeldbeziehenden in der Umfrage über das Auskommen mit dem Regelsatz)

Kaum Hoffnung auf eine Stelle

Der Wunsch, vom Bürgergeld unabhängig zu werden, ist stark ausgeprägt (74 %). Jedoch sind
nur Wenige zuversichtlich, dass sie auch eine Stelle finden werden, mit der sie den
Bürgergeldbezug beenden können (26 %). Neben Hindernissen auf der individuellen und
strukturellen Ebene werden die Jobcenter bei der Arbeitssuche nur als bedingt hilfreich
wahrgenommen.

„Das ist physisch für die ganze Bedarfsgemeinschaft sehr belastend und sorgt für tägliche Reibungspunkte, obwohl ich mich seit Jahren aktiv und aufwendig um Arbeit bemühe. Unser Bürgergeld wurde jetzt um 170 Euro reduziert, weil unsere Wohn- und Heizkosten angeblich zu hoch sind, obwohl es in Leipzig keinen amtsgerechten Wohnraum gibt. Die interessiert die Psyche ihrer sogenannten Klienten überhaupt nicht, es wird nur gefordert nicht gefördert!!!“ (Aussage eines Bürgergeldbeziehenden in der Umfrage über Erfahrungen mit dem Jobcenter)

Angst vor politischen Verschärfungen

Gesellschaftliches Stigma und Scham sind unter den Befragten sehr präsent. Nur 12 % fühlen
sich der Gesellschaft zugehörig und 42 % geben an, dass sie sich schämen, Bürgergeld zu
beziehen. Die Mehrheit der Befragten (72 %) hat Angst vor weiteren Verschärfungen im
Bürgergeld: Insbesondere die mögliche Wiedereinführung eines vollständigen
Leistungsentzugs wird von den Befragten als akut existenzgefährdend beschrieben.

„Ich hätte kein Geld für Essen […] und am Ende würde ich obdachlos werden, da die Miete nicht bezahlt werden könnte. Von meinem Lohn könnte ich entweder Essen kaufen oder Miete bezahlen. Beides würde nicht gehen. Ein Teufelskreislauf“ (Aussage eines Bürgergeldbeziehenden in der Umfrage zu den Folgen von möglichen Totalsanktionen)

Leben in ständiger Unsicherheit

Thomas Wasilewski, der mit seiner Familie Bürgergeld bezieht, übte in der Bundespressekonferenz zur Vorstellung der Studie massive Kritik am jetzigen Bürgergeld-System: „Unser Leben findet in ständiger Unsicherheit statt. Es reicht kaum für die nötigsten Nahrungsmittel und auch der Schulalltag ist dadurch für unsere Kinder besonders schwer. Diese Stimme im Kopf ist immer präsent: Wie soll es morgen weitergehen? Das zerfrisst die Seele. Es ist unerträglich zu erleben, wie meine Söhne leiden, weil ihnen das Allernötigste fehlt.”

Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), betonte in Berlin: „Das Bürgergeld muss so ausgestaltet sein, dass es die Teilhabe aller betroffenen Menschen gewährleistet. Eine Kürzung der Leistungen ist kontraproduktiv, nicht nur für die betroffenen Menschen, sondern auch für Unternehmen, Gesellschaft und Sozialstaat, da dies die Arbeitsaufnahme erschweren und nicht verbessern würde. Politik und Wirtschaft müssen mehr und nicht weniger in Menschen mit Bürgergeld investieren.“

Marcel Fratzscher, Präsident des DIW Berlin, auf der Bundespressekonferenz. (Foto: DIW Berlin / Florian Schuh)

Forderungen von Sanktionsfrei

Sanktionsfrei fordert deshalb, die Bedürfnisse der Betroffenen in den Mittelpunkt zu stellen und die geplanten Verschärfungen zu stoppen. Außerdem einen bedarfsdeckenden Regelsatz von 813 €, wie nach ihren Berechnungen der Paritätische Gesamtverband fordert, die Abschaffung von Leistungsminderungen (Sanktionen) und Qualifizierung und Weiterbildung statt Vermittlungsvorrang. Statt den Fokus stets auf angeblich mangelnde Arbeitsbereitschaft zu richten, muss die Frage gestellt werden, inwiefern es für Personen im Bürgergeld überhaupt ausreichend bedarfsdeckende Stellen gibt.

Von 5,8 Millionen Hartz-4-Beziehenden sind ganze 76 % nicht arbeitslos. (sanktionsfrei.de)

Wo die Daten der Studie herkommen
Für die Umfrage wurden 1.014 Bürgergeldbeziehende zwischen 18 und 67 Jahren über ein Online-Access-Panel befragt. Durch eine abschließende soziodemografische Gewichtung auf Basis der amtlichen Statistiken sind die Daten geeignet, um Aussagen über die Grundgesamtheit der Bürgergeldbeziehenden in Deutschland zu treffen.
Link zur Studie.

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