„Es geht um Taten, nicht um Worte“
Auch in diesem Jahr loben der Verkehrsclub Deutschland (VCD), der Fahrradclub ADFC und FUSS e.V. den Mobilitätspreis für Münster aus. „Nach dem gelungenen Einstieg im Jahr 2023 wollen wir den Mobilitätspreis in den ungeraden Jahren etablieren“, erläutert Thomas Lins, Vorsitzender des VCD im Münsterland, „das passt insoweit gut, da die Stadt Münster in den geraden Jahren den Umweltpreis verleiht.“ Bei der ersten Auflage des Wettbewerbs hatte die Provinzial Münster für ihr Mobilitätsmanagement, die RVM mit dem Kreis Coesfeld für das Schnellbuslinienkonzept S 90 / X 90 und die private Initiative „Move and Meet“ für das Konzept „Bike and Meet“ gewonnen. Bei Bike and Meet werden vor allem Frauen mit Migrationserfahrungen dabei unterstützt, das Fahrradfahren zu erlernen.

„Mit dem Mobilitätspreis Münster wollen wir die konkrete Förderung und Bevorzugung des Umweltverbunds in den Focus nehmen“, so Thorsten Knölke von Fuss e.V., „es geht also um Taten, nicht um Worte, denn Konzepte und Programme allein bewirken noch keine Schritte hin zur Mobilitätswende.“
„Als Umweltverbund bezeichnet wird die Mobilität zu Fuß gehen, mit dem Fahrrad sowie mit Bus und Bahn fahren“, erläutert Knölke, „häufig ist die Förderung des Umweltverbundes ein Lippenbekenntnis, während der motorisierte Individualverkehr kaum je eingeschränkt, oft sogar weiterhin bevorzugt wird.“
Beispielhafte Aktivitäten hervorheben
Hans-Günter Ockenfels vom ADFC nennt die Motivation der drei Umweltverbände: „Wir wollen den Blick lenken auf beispielhafte Aktivitäten in unserer Stadt: Aktivitäten, die in großem und kleinem Maßstab die Mobilität ressourcenschonender, klimafreundlicher, platzsparender, also menschengerechter und zukunftsfähiger machen.“
Vorschläge und Nennungen, welche Maßnahmen preiswürdig sind und wer dafür verantwortlich ist, sind von jeder Seite und jeder Einzelperson willkommen. Für den Mobilitätspreis können sich aber auch Unternehmen, Verwaltungen, Initiativen und Gruppen bewerben. Ockenfels konkretisiert: „Das können große und kleine Maßnahmen sein, zum Beispiel Unternehmen, die den Fahrradverkehr durch sichere und überdachte Fahrradabstellanlangen fördern oder auch die Stadtverwaltung bei der Einrichtung von Fahrradstraßen.“
Thomas Lins nennt weitere Möglichkeiten: „Uns fallen auch Elterninitiativen ein, die das Zu-Fuß-Gehen zur Kita oder zur Grundschule organisieren oder als wichtiger Baustein für einen leistungsfähigen ÖPNV eigene Busspuren auf einer Einfallstraße.“ Vom Fuss e.V. ergänzt Thorsten Knölke: „Es kann auch um die Aufenthaltsqualität von Plätzen gehen, um die Ausruhmöglichkeiten vor allem für Ältere und insgesamt um die Stadt der kurzen Wege.“
Preise in drei Kategorien
Der Mobilitätspreis Münster ist ein Ehrenpreis, der in drei Kategorien vergeben werden soll, für eine Firma, für die Verwaltung oder ein Verkehrsunternehmen und für eine private Initiative oder einen Verein. Die Jury wird auch von den drei Verbänden gebildet, die mit der Auslobung des Preises drei beispielhafte Realisierungen ins öffentliche Bewusstsein bringen wollen. Lins vom VCD abschließend: „Uns drei Verbänden ist es wichtig, dass wir schnell und kraftvoll zu Veränderungen kommen: weg vom motorisierten Individualverkehr, hin zu umweltfreundlicher Mobilität mit einer damit auch verbundenen Umverteilung des Straßenraums. Das Ziel ist eine klimagerechtere und lebenswertere Stadt Münster.“
Einreichungen und Vorschläge sind möglich über die Homepage zum Mobilitätspreis 2025 oder per Mail. Einreichungsschluss für Vorschläge ist am 15. Oktober 2025, denn schon im November sollen die neuen Preisträger verkündet und geehrt werden.



Ich war wirklich geschockt wie wenig Menschen zur Einweihung dieses bunten Zebrastreifens zur offiziellen Eröffnung kamen. Münster ist bunt. Und…